Rechnungen schreiben als Freelancer: Pflichtangaben und Tools
Kosten
Siehe Guide
Visum
Siehe Guide
Internet
Siehe Guide
Zeitzone
Siehe Guide
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Als Freelancer bist du verpflichtet, korrekte Rechnungen zu stellen, und das bedeutet mehr als eine Zahl auf einem Blatt Papier. Fehlende Pflichtangaben können dazu führen, dass dein Kunde den Vorsteuerabzug verliert und dich um eine Korrektur bittet. Hier die Pflichtangaben nach § 14 UStG und die besten Tools.
Pflichtangaben auf jeder Rechnung
Das Umsatzsteuergesetz (§ 14 Abs. 4 UStG) schreibt für Rechnungen über 250 € folgende Angaben vor:
| Pflichtangabe | Beispiel | Häufiger Fehler |
|---|---|---|
| Vollständiger Name + Anschrift (Aussteller) | Max Mustermann, Musterstr. 1, 10115 Berlin | Nur Vorname oder fehlende Adresse |
| Vollständiger Name + Anschrift (Empfänger) | Firma GmbH, Hauptstr. 5, 80331 München | Nur Firmenname ohne Adresse |
| Steuernummer oder USt-IdNr. | DE123456789 oder 12/345/67890 | Komplett vergessen |
| Rechnungsdatum | 27.03.2026 | Fehlt bei E-Mail-Rechnungen |
| Fortlaufende Rechnungsnummer | 2026-0042 | Lücken oder Duplikate |
| Leistungsbeschreibung | Webdesign für Projekt X, 40 Std. | Zu vage (nur "Dienstleistung") |
| Leistungszeitraum | 01.03.–15.03.2026 | Fehlt komplett |
| Nettobetrag + USt-Satz + USt-Betrag | 4.000 € netto + 19 % = 760 € USt | Nur Bruttobetrag angegeben |
Die 5 besten Rechnungstools für Freelancer
sevDesk (ab 8,90 €/Monat): Umfassendstes Tool mit automatischer Buchhaltung, GoBD-konformer Archivierung und DATEV-Export. Ideal, wenn du Rechnungen und Buchhaltung in einem Tool willst.
Lexware Office (ab 7,90 €/Monat): Ähnlicher Funktionsumfang wie sevDesk, mit Banking-Integration und automatisierter USt-Voranmeldung. Die mobilen Apps sind etwas besser.
FastBill (ab 9 €/Monat): Fokussiert auf Rechnungsstellung und Belegmanagement. Schlanker als sevDesk, aber für reine Rechnungsstellung ausreichend.
Debitoor/SumUp Invoices (ab 7 €/Monat): Einsteigerfreundlich mit einfacher Oberfläche. Weniger Buchhaltungsfunktionen, dafür schnell eingerichtet.

Zervant (kostenlos bis 5 Rechnungen/Monat): Für Freelancer mit wenigen Kunden reicht die Gratis-Version. Alle Pflichtangaben enthalten, aber keine Buchhaltungsfunktionen.
Zahlungsziele und Mahnwesen
Standard-Zahlungsziel für Freelancer: 14 Tage. Du kannst auch 7 Tage oder 30 Tage setzen, es gibt keine gesetzliche Vorgabe. Formulierung: "Zahlbar innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsdatum ohne Abzug." Skonto (z. B. 2 % bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen) beschleunigt Zahlungen, kostet dich aber Marge.
Wenn nicht gezahlt wird: Erste Zahlungserinnerung nach Ablauf des Zahlungsziels (freundlich). Zweite Mahnung nach weiteren 14 Tagen (bestimmt, mit Verweis auf Verzugszinsen). Ab dem Verzug hast du Anspruch auf Verzugszinsen (5 % über Basiszinssatz für Privatkunden, 9 % für Geschäftskunden) und eine Mahnpauschale von 40 €.
Rechtsform und Besonderheiten: Kleinunternehmer vs. Regelbesteuerung
Kleinunternehmer (§ 19 UStG) mit Umsatz unter 22.000 €/Jahr weisen keine Umsatzsteuer auf Rechnungen aus. Auf jeder Rechnung muss der Hinweis stehen: "Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet." Fehlt dieser Satz, kann das Finanzamt die Steuerbefreiung aberkennen. Regelbesteuerte Freelancer müssen 19 % USt ausweisen und monatlich oder quartalsweise die USt-Voranmeldung via ELSTER abgeben.

Für ausländische Kunden gelten Sonderregeln: B2B-Leistungen an EU-Unternehmen fallen unter Reverse Charge, keine Umsatzsteuer auf der Rechnung, dafür die USt-IdNr. beider Parteien. B2C-Leistungen an EU-Privatkunden: Umsatzsteuer des Empfängerlandes (OSS-Verfahren). Drittlands-Kunden (USA, UK, Schweiz): Keine Umsatzsteuer, Rechnung mit Hinweis "Leistung nicht steuerbar, § 3a Abs. 2 UStG".
Zahlungsausfälle vermeiden: Vorauszahlung und Inkasso
30 % der Freelancer hatten mindestens einen Zahlungsausfall im letzten Jahr (Freelancermap-Studie 2024). Gegenmaßnahmen: Bei Neukunden 50 % Anzahlung vor Projektstart verlangen, das ist branchenüblich und kein Zeichen von Misstrauen. Bei Projekten über 5.000 € Meilenstein-Zahlungen vereinbaren (30 % Start, 30 % Mitte, 40 % Ende).
Zahlungsziel: 14 Tage ist Standard, 7 Tage bei Kleinbeträgen unter 500 € akzeptabel. Skonto anbieten (2 % bei Zahlung innerhalb von 5 Tagen) beschleunigt den Cashflow. Erste Mahnung nach 14 Tagen Überfälligkeit (kostenlos), zweite Mahnung nach 28 Tagen (5 € Mahngebühr + Verzugszinsen: Basiszinssatz + 9 Prozentpunkte bei B2B). Ab der dritten Mahnung: Inkasso-Dienstleister (Collectia, PAIR Finance) oder gerichtliches Mahnverfahren über mahngerichte.de (23 € für Forderungen bis 1.000 €).
Empfehlung für den Start
Für Freelancer unter 22.000 € Jahresumsatz reicht Zervant (kostenlos) oder Lexware Office (ab 7,90 €/Monat). Sobald du regelmäßig über 10 Rechnungen pro Monat schreibst und die USt-Voranmeldung automatisieren willst, wechsle zu sevDesk oder Lexware Office im Vollpaket. Die Investition von 8–15 €/Monat spart dir Stunden an manueller Buchhaltung und schützt vor Fehlern bei den Pflichtangaben.
Remote-Tipps direkt ins Postfach
Workation-Guides, Tool-Reviews und Praxis-Tipps — kein Spam, jederzeit abbestellbar.
🎁 Gratis dazu: Workation-Checkliste (PDF)
Das könnte dich auch interessieren
Umsatzsteuer für Remote Freelancer im EU-Ausland: Was gilt?
Umsatzsteuer für Remote Freelancer im EU-Ausland: Reverse Charge, OSS-Verfahren, Zusammenfassende Meldung und Betriebsstätten-Risiko bei Workations.
Remote Work aus dem Ausland: Sozialversicherung und Steuerpflicht
Remote Work aus dem Ausland: Wie sich Sozialversicherung und Steuerpflicht ändern und welche Dokumente du vorab brauchst.
Remote Work Steuern Deutschland: Was Arbeitnehmer wissen müssen
Homeoffice-Pauschale, Arbeitszimmer und Werbungskosten — was du als Remote Worker in Deutschland steuerlich geltend machen kannst.